"Er ringt sich ein paar Zeilen ab
Hat es langsam wirklich satt
Immer er und Blatt für Blatt
Seine Psyche, ziemlich blaß"
Nach ein paar Bier und etwas Whiskey packt einen die Reue und
man schwankt zum Schreibtisch, um sich mit einem Seufzer (jämmerliche
Existenz) auf den Stuhl fallen zu lassen und auf einem Zettel zu vermerken,
dass morgen bzw. heute (auf Grund der fortgeschrittenen Zeit) unbedingt Mathe
zu lernen sei, es gebe keine Ausreden mehr - das wird auch vermerkt.
Nun, nach getaner Arbeit kann man sich zur Ruhe begeben, das vertraute Bett
empfängt einen mit einlullenden Schlafversprechen, und das Löschen
des Lichtes beschließt den zwar wenig erfolgreichen, doch mit großen
Vorsätzen geschmückten Tag.
Dass am nächsten Tag nichts besser wird ist klar, man ist sich dessen
bewußt, doch die Psyche ist eigen, und man nimmt sich trotz allem die
Versprechen teilweise ab. Man meint nicht, dass die Welt morgen anders wäre,
die Menschen gut, und vor allem gerechter. Es gibt sogar Nächte, in denen
alles noch trüber erscheint, und man sich im Bett wälzend quält,
auf Grund der Schmerzen, auf Grund der verpassten Chancen, auf Grund der untätigen
Stunden, auf Grund von ihr.
Und doch, die Perspektive ist verblendet. Man hat etwas vor, und umso schlechter
die Welt und sein Leben erscheint, ja umso schlechter es um einen steht, um
so leichter wird es sein, irgendetwas besser zu machen. Also, verlieren kann
ich nicht, verloren hab ich schon, noch ist nichts verloren, morgen ist auch
noch ein Tag, und Du kriegst die Kacke schon in den Griff. Gute Nacht, Cowboy.
Doch das Licht am nächsten Tag ist hell, zu hell, und
es leuchtet das Zimmer aus.